FDP will Bürgerinteressen vertreten und sieht gute Chancen für die Kommunalwahl

Mit der Wahl ihres Vorstandes stellten die Freien Demokraten in Rosbach auf ihrer Mitgliederversammlung erste Weichen für das gerade begonnene Jahr der Kommunalwahl. Der einstimmig wiedergewählte Ortsvorsitzende Prof. Jörg Werner sieht dabei „gute Chancen und großes Potenzial für die FDP, gerade als kleinere Partei den Bürgerwillen aufzugreifen, sich klar zu positionieren und falls erforderlich auch Verwaltungshandeln kritisch entgegenzutreten“.
In seinem Rückblick und Rechenschaftsbericht nannte Werner mehrere Beispiele. So habe sich die FDP als einzige Partei im Stadtparlament konsequent kritisch mit dem geplanten Windpark am Winterstein auseinandergesetzt und immer wieder betont, dass der Winterstein ein Erholungsgebiet bleiben müsse und nicht der Energiepolitik geopfert werden dürfe. Es zeichne sich zudem ab, dass wegen massiver Schwierigkeiten des Projektplaners die bei Vertragsabschluss zugesagten Einnahmen für die Stadt offenbar nachverhandelt werden müssten und nicht mehr erzielbar seien.
Mehr Bürgerfreundlichkeit habe die FDP auch in weiteren Bereichen angemahnt. Nach wie vor sorge für Unverständnis, dass der Bürgermeister sich einer praktikablen Lösung für die Verkehrsprobleme in Rodheim verweigere. Durch Verzögerungen seien die Bauarbeiten am Bahnübergang bereits zweimal verlängert worden und dauerten weiterhin an. Aus Sicht der FDP wäre es während der Bauphase möglich, für Anlieger Überquerungen der Bahnlinie über Feldwege sowie zwei nahegelegene Brücken zu ermöglichen. Ohne eine solche Lösung müssten die Bürgerinnen und Bürger weiterhin eine zweifache unnötige Zumutung kilometerlanger Umwege über eine Nachbarkommune oder andere Stadtteile in Kauf nehmen bei einem innerörtlichen Arztbesuch, Einkauf oder einer sonstigen Erledigung.
Auch Ober-Rosbach sei regelmäßig von Verkehrsproblemen infolge von Bauarbeiten an Autobahn und Bundesstraße betroffen. „Hier brauchen wir ein deutlich proaktiveres Handeln der Verwaltung, damit Probleme für Bürger gar nicht erst entstehen“, betonte Werner im Hinblick auf künftige Baumaßnahmen im Zusammenhang mit Brückensanierungen und Bundesstraßenausbau.
Ein weiteres Ärgernis sei die von der FDP kritisierte Erschwerung der Abgabe von Grünschnitt, Kunststoff und Metall auf dem Recyclinghof in Rosbach. Nach einer Umgestaltung müssten teils schwere Gegenstände über mehrere Stufen auf neu errichteten Treppen hochgetragen, anschließend angehoben und über einen mehr als einen Meter hohen Containerrand in Großbehälter geworfen werden. Dies überfordere viele Bürgerinnen und Bürger. Zudem bestehe die Sorge, dass die zugesagten Verbesserungen neben einem Unterstützungsangebot an nur einem Wochentag nicht bis zum Frühjahr umgesetzt werden könnten, sondern sich bis in die Jahresmitte verzögerten. Ursache sei das verspätete Einbringen des Haushalts durch den Bürgermeister entgegen der vorgesehenen zeitlichen Vorgabe. Denn Investitionen könnten erst erfolgen, nachdem der Wetteraukreis den mehrere Monate zu spät beschlossenen Haushalt genehmigt habe.
Lob und Anerkennung habe es hingegen bei der Neufassung der Friedhofssatzung für eine Forderung der FDP gegeben, künftig auf allen Reihengräbern das nachträgliche Beisetzen von bis zu zwei Urnen zu erlauben. Die Zustimmung zu ihrer Arbeit biete eine gute Voraussetzung für ein wiederum überdurchschnittlich gutes Ergebnis bei der Kommunalwahl am 15. März. Skeptisch blickt dabei der Ortsverband allerdings auf die landespolitische Rahmenbedingung. In Wiesbaden beschlossen CDU und SPD eine Änderung des Auszählverfahrens der Wählerstimmen, um sich selbst Vorteile zu verschaffen und kleinere Parteien zu benachteiligen. Dennoch bleibt die FDP optimistisch. „Wir brauchen keine Tricks um uns zu behaupten, sondern streben mit unserer Ende Januar vorgestellten überzeugenden Mannschaft und guten Ideen ein zweistelliges Ergebnis an“, war selbstbewusste Einschätzung auf dem Zuversicht ausstrahlenden Treffen.
Gewählt wurden neben dem Vorsitzenden Prof. Jörg Werner aus Ober-Rosbach als seine Stellvertreter Dr. Volker Hoffmann aus der Nieder-Rosbacher und der FDP-Kreisvorsitzende Jens Jacobi aus Rodheim. Die Funktion des Schatzmeisters nimmt erneut Volker Roth wahr. Vervollständig wird der Vorstand durch Elke Sommermeyer aus Nieder-Rosbach und Laura Anker aus Rodheim. „Gleichmäßig sind somit wieder alle Stadtteile in dem Leitungsgremium vertreten und wir bleiben für viele Bürger und örtliche Interessenvertretungen ein engagierter und zuverlässiger Ansprechpartner“ bildete das Fazit des Abends.
Verantwortlich: Hans-Otto Jacobi, FDP-Fraktionsvorsitzender
Bild: Als geschäftsführender Vorstand der Rosbacher FDP wurden gewählt: Prof. Jörg Werner und Dr. Volker Hoffmann (rechts und links in der unteren Reihe), Elke Sommermeyer und Jens Jacobi (rechts und links in der mittleren Reihe) sowie Volker Roth (oben)




