FDP will Erhalt der „Kita Brüder Grimm“ prüfen: Rosbachs Bürgerbelastung in Entscheidung einbeziehen

23. März 2017

Den von Bürgermeister Alber befürworteten Abriss der erst 45 Jahre alten Kindertagesstätte „Brüder Grimm“ will die FDP in Rosbach und Rodheim gründlich prüfen. „Wohl kaum ein Bürger würde sein so relativ junges Gebäude abreißen, wenn bei guter Bausubstanz lediglich eine Ausbesserung notwendig ist und der Grundriss des Gebäudes den Anforderungen entspricht“, ist Fraktionsvorsitzender Hans-Otto Jacobi sicher. Noch dazu, wenn das weitläufige Grundstück dann wegen eines erheblichen Sanierungsbedarfs des Bodens nicht mehr verwertetet werden könne und für einen Neubau an anderer Stelle teures Bauland in Anspruch genommen werden müsste. Nicht nur wegen Kostenüberlegungen bei den mit mehr als vier Millionen veranschlagten Baukosten für die Kinderbetreuung in der größer werdenden Stadt wollen die Freien Demokraten nun mit einer Anfrage eine Reihe offener Punkte klären.

So sei der Ansatz des Bürgermeisters fragwürdig, dass trotz der erwarteten steigenden Zahl von Kindern in Ober-Rosbach deren Betreuen nicht mehr an drei, sondern künftig lediglich an zwei Standorten erfolgen solle. Die Wege für viele Kinder und Eltern seien dann deutlich weiter, wenn Plätze in hoher Zahl aus dem Ortszentrum in das Neubaugebiet „Sang“ verlegt würden. Sinnvoller erscheint den Freien Demokraten, die mit einer großen Außenfläche für Kinder ausgestattete bisherige „Kita Brüder Grimm“ zu erhalten und gründlich zu sanieren. Eine kleinere Einrichtung in der Sang für vier Gruppen sei nach Berechnungen für den wachsenden Bedarf ausreichend und gegenüber den vorgeschlagenen umfangreichen Neubaumaßnahmen für acht Gruppen zu bevorzugen. Neben kürzeren Wegen lägen für viele Eltern auch in der überschaubaren Größe für ihre kleinen Kinder sowie einer Auswahlmöglichkeit zwischen den vorliegenden unterschiedlichen pädagogischen Konzepten bei der Kinderbetreuung die Gründe, sich für den Erhalt der „Kita Brüder Grimm“ einzusetzen. Diese Argumente seien mindestens ebenso gewichtig wie ein größeres Angebot von notwendigen Parkmöglichkeiten an einer großen Kindertagesstätte im Neubaugebiet.

Unterstützen will die FDP den Bürgermeister bei der annähernd von allen Fraktionen einhellig geforderten Auswahl eines freien Trägers für das Betreuen der Kinder. Ob allerdings auch die vom Bürgermeister vorgesehene Gebäudeerrichtung durch einen Investor oder doch durch die Stadt selbst erfolgen solle, stehe noch nicht fest und bedürfe gründlicher Abwägungen. Gegenüber gestellt werden müssten vor allem entgangene unterschiedlich hohe städtische Einnahmen für Bauland wegen der verschiedenen Flächenbedarfe je nach Größe der Betreuungseinrichtung. Ebenso seien Kosten und Wertentwicklung von eigenen und angemieteten Gebäuden für das Betreuen der Kinder zu betrachten. „So verständlich eine Renditeerwartung für jeden Investor ist und so sehr Einrichtungen der Kinderbetreuung als Anlageobjekt in der Branche begehrt sind, so sehr haben wir mit Blick auf die finanzielle Belastung der Bürgerinnen und Bürger die letztlich kostengünstigste Lösung bei der Entscheidungsfindung zu berücksichtigen“, stellt FDP-Fraktionsvorsitzender Jacobi abschließend fest.